Eine Frage der Technik

Es ist immer wieder Thema und das schon seit Jahren. Nun wird es wohl auch bald in aller Munde sein. Gentechnisch veränderte Lebensmittel erobern immer mehr den globalen und deutschen Lebensmittelmarkt. In den USA sind Nahrungsmittel aus gentechnisch veränderten Rohstoffen keine Seltenheit im Supermarktregal. Deswegen führt Vermont nun als erster Bundesstaat ab 2016 eine Kennzeichnungspflicht für diese Lebensmittel ein und macht damit einen wichtigen Schritt. Denn für uns Verbraucher ist Gentechnik nicht einfach zu erkennen – und erst recht nicht einfach zu verstehen. Ich möchte an dieser Stelle versuchen es euch zu erklären.

Hinter dem Begriff „Gentechnik“ verbergen sich Methoden und Verfahren der Biotechnologie, die gezielt in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen eingreifen und somit eine Neuzusammensetzung der DNA bewirken. Das klingt erstmal kompliziert, bedeutet aber im Grunde, dass das Erbgut einer Pflanze verändert wird, damit sie sich verändert und zum Beispiel eine andere Farbe entwickelt. Dies gilt sowohl innerhalb einer Art als auch über die Art-Grenzen hinweg. Die Definition, ob es sich tatsächlich um Gentechnik handelt, ist aber leider ganz einfach, da es viele verschiedenen Verfahren gibt, die unterschiedlich stark das Erbgut beeinflussen. Genau aus dem Grund kommt es nun auch in Deutschland zum Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen. Die Rapssorte „Cibus“ darf auch bei uns angebaut werden, weil die zuständige Behörde sagt, es liege keine Gentechnik vor. Bisher war in Deutschland der Anbau komplett verboten. Wann also liegt wirklich Gentechik vor? Woran können wir das eigentlich erkennen? Und wo kann sie uns begegnen? Es wird Zeit, dass diese Punkte genau geklärt werden und vom Gesetzgeber eine klare Ansage kommt. Fakt ist, wir wissen eigentlich gar nicht, was diese veränderten Organismen eigentlich mit unserem Erbgut anstellen. Aber wir sind ihnen trotzdem ausgesetzt. Ein großer Teil der Futtermittel, die bei uns verwendet werden, besteht aus Mais, Soja und Raps, die gentechnisch verändert worden sind. Das muss nicht kenntlich gemacht werden. Wir kommen also beim Fleischkonsum mit gentechnisch veränderten Organismen in Kontakt. Aber auch Käse, Milch und Joghurt können Spuren von verändertem Erbgut enthalten. Wir wissen weder, in welchen Mengen, noch ob diese Mengen uns schaden können. Eine Kennzeichnung, wie die in Vermont, ist da schon ein guter Anfang. Denn so können wir es wenigstens selbst entscheiden. Mir begegnen gerade im Biosupermarkt oft die Logos „ohne Gentechnik“ oder „Genfood – nein danke“. Allerdings gibt es bei uns kein verpflichtendes, einheitliches Siegel. Ich frage mich, wann es endlich repräsentative Studien geben wird, die uns bei diesen Fragen helfen können. Aber solange mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln und Saatgut viel Geld verdient wird, wird es wohl kaum Studien geben, die uns genug Informationen liefern. Wir bleiben also weiter im Ungewissen und können nur darauf vertrauen, dass unsere Lebensmittel sicher sind. Dabei hat Gentechnik nicht nur schlechte Seiten. Das beste Beispiel dafür ist „Golden Rice“. Dabei wurde Reis mit Carotin angereichert, um einem Mangel in den Ländern vorzubeugen, bei denen Reis den größten Teil der Nahrung ausmacht. Wir könnten Gentechnik also nutzen, um dem Hunger entgegen zu wirken. Einmal indem wir Lebensmittel Nährstoffreicher machen, aber auch indem wir Pflanzen stabiler und stärker machen. Leider wird in diesen Bereichen kaum etwas unternommen und die guten Seiten der Gentechnik bleiben ungenutzt. Wenn ihr wissen wollt, welche Marken ihr kaufen könnt, ohne euch über Gentechnik Gedanken zu machen, dann guckt mal unter

http://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/e00962_ds_greenpeace_ratgeber_gentechnik_7_15.pdf

Ich werde mir diese Liste zu Herzen nehmen, denn ich finde es wichtig das wir Gentechnik, so wie sie bisher eingesetzt wird, nicht unterstützen. Wir haben jedes Mal beim Einkaufen die Chance, gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel zu protestieren, indem wir sie nicht kaufen. Vielleicht bringt das irgendwann die Unternehmen dazu, mit offenen Karten zu spielen.

Bis Bald!

Eure Lena

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