Baby, du bist Zucker!

Momentan kann man sich kaum vor dem Thema drücken: Zucker. In jeder Zeitschrift oder im Fernsehen wird er gerade als „Killer Nummer eins“ heiß diskutiert. Aktuelle Studien warnen vor einem hohen Zuckerkonsum. Auch ich will mich nun nicht länger drücken und nehme die süße Versuchung mal etwas genauer unter die Lupe.

Zucker

Zunächst einmal die Fakten: Was genau ist eigentlich Zucker? Alle Zucker sind Kohlenhydrate. Dahinter verbirgt sich die am häufigsten vorkommende organische Verbindung, hydroxylierte Aldehyde oder Ketone. Man unterscheidet verschiedene Zucker in Abhängigkeit zu ihrer Molekülanzahl. Es gibt Einfachzucker (Monosaccharide), die nur aus einem Zuckermolekül bestehen, dazu gehören Glucose, Fructose und Galactose. Man findet sie z.B. in Früchten oder Honig. Sie sind besonders süß im Geschmack. Die Disaccharide, also Zweifachzucker, sind aus zwei Einfachzuckermolekülen aufgebaut. Zu ihnen gehören z.B. Saccharose (Haushaltszucker), Lactose (Milchzucker) oder Maltose (Malzzucker). Sie kommen neben Milch und Milchprodukten z.B. in Zuckerrüben oder Ahornzucker vor. Es gibt aber auch Zucker, die gar nicht süß schmecken. Sie sind aus mehr als zehn Einfachzuckermolekülen aufgebaut und werden Polysaccharide genannt. Zu ihnen gehören die Ballaststoffe und Stärke, man findet sie z.B. in Kartoffeln und Getreide. Die Verdauung der Kohlenhydrate erfolgt über verschiedene Enzyme und beginnt schon im Mund. Die Moleküle werden aufgespalten bis Monosaccharide, also Glucose, Galactose oder Fructose, entstehen. Danach gelangen die Kohlenhydrate zur Leber. Hier werden alle Zucker in Glucose umgewandelt, sie wird am schnellsten aus dem Blutkreislauf in die Zellen aufgenommen. Dort wird sie von Rezeptoren der Bauchspeicheldrüse erkannt und sorgt dafür, dass Insulin ausgeschüttet wird. Insulin entscheidet dann, ob Zucker zur Energiegewinnung genutzt wird, oder aber eingelagert werden soll. Die Speicherung erfolgt als Glycogen in Leber und Muskulatur. Da hier aber die Kapazitäten begrenzt sind, wird überschüssiger Zucker in Fett umgewandelt und als solches gespeichert. Zucker ist also, wenn er im Überfluss konsumiert wird, ein echter Dickmacher. Besonders die Einfachzucker werden schnell verdaut, da sie kaum umgewandelt werden müssen. Hat der Körper mit der Verdauung länger zu tun, wie bei den Polysacchariden, so bleiben wir auch länger satt. Außerdem wird bei dem Verdauungsvorgang selbst ebenfalls Energie verbraucht.

So, das ist ja alles schön und gut –  aber welche Risiken verbergen sich hinter Zucker? Generell brauchen wir Zucker. Vor allem unser Gehirn funktioniert am besten mit Glucose. Um unseren Körper mit ausreichend Glucose zu versorgen brauchen wir aber keine Süßigkeiten, denn alle Kohlenhydrate werden ja letztendlich zu Glucose umgewandelt. Deswegen sind die Kohlenhydrate aus Getreide oder Gemüse vorzuziehen. Bei Obstsorten muss man schon ein wenig vorsichtiger sein. Sie enthalten viel Fructose – ein Einfachzucker der meist in der Leber sofort zu Fett umgewandelt wird, wenn er im Überfluss verfügbar ist. Aktuelle Studien halten den gestiegenen Fructosekonsum (keineswegs nur durch Obst, auch in vielen Fertigprodukten ist Fructose versteckt) für die Hauptursache bei der Entstehung einer Fettleber. Auch normaler Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Fructose.

Welcher Zucker ist nun der Richtige? Ganz auf Zucker bzw. Kohlenhydrate verzichten ist keine Lösung. Dadurch wird nur der Heißhunger auf Süßes gesteigert. Es hilft aber, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden, um getarnten, zugesetzten Zucker zu umgehen. Besonders der Verzehr von raffiniertem Zucker sollte reduziert werden. Bei der Raffination werden dem Zucker alle nützlichen Mineralstoffe entzogen, sodass nur die Süße übrig bleibt. Auch brauner Zucker ist da nicht besser, hier wird normaler Zucker einfach nur eingefärbt. Wer „unraffiniert“ süßen möchte sollte entweder Rohrohrzucker (unser Zucker vor der Raffination) kaufen, oder auf Honig oder z.B. Ahornsirup zurückgreifen. Zusätzlich kann man Alternativen einsetzen wie z.B. Kokosblütenzucker oder Reissirup. Kokosblütenzucker enthält zwar ähnlich viele Kalorien wie Haushaltszucker, lässt den Blutzuckerspiegel aber langsamer ansteigen. Reissirup enthält von Natur aus keine Fructose und ist generell weniger süß.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s