Ausprobiert: Lupinenjoghurt von MADE WITH LUVE

Wenn ich das Wort „Lupinen“ höre, dann denke ich an Garten, Blumenwiesen, ein bisschen an Bienen. Aber bestimmt nicht an Joghurt, Milch, oder Eis. Genau das kann man aber aus der Pflanze gewinnen. Ein Team aus kreativen Wissenschaftlern hat am Frauenhofer IVV Freising nach fleißiger Arbeit geschafft, was noch keinem vorher gelungen ist: Eine Methode, um aus der blauen Süßlupine eine vegane Alternative zu Milch- und Sojaprodukten zu entwickeln. So weit so gut. Eine Pflanzliche Alternative zu Milch und Joghurt haben wir doch schon mit den Sojaprodukten, warum also noch weitere Alternativen schaffen? Zum einen liegt es daran, dass der Sojaanbau in jüngster Zeit rasant wächst – und dadurch kommerzialisiert wird. Das ist nicht nur schlecht für die Bauern, sondern auch für den Boden und seine natürlichen Ressourcen. Denn der Sojaanbau erfordert viel Wasser, zusätzlich wird im konventionellen Anbau, ein Feld häufig nacheinander mit Soja bepflanzt. So werden nach und nach Nährstoffe aufgebraucht. Hier greift ihr besser zu Soja (-produkten) aus ökologischer Landwirtschaft! Ein weiteres Minus ist, dass wir Soja bei uns nicht anbauen können, auch wenn Firmen wie z.B. Taifun sich immer mehr damit beschäftigen Sojasorten zu züchten, die auch bei uns wachsen können. Die blaue Süßlupine wächst schon seit vielen Jahren in unseren Breitengraden und fühlt sich hier pudelwohl. Es ist weder nötig dafür die Regenwälder abzuholzen, noch muss die Lupine erst zu uns geflogen werden. Außerdem gehört sie zu den Pflanzen, die den Boden mit Stickstoff anreichern. Das macht die Felder auch noch für andere Pflanzen brauchbar.

luve

 

Aus ökologischer Sicht haben die Pioniere hier also ein richtig tolles Projekt auf die Beine gestellt, aus dem schon einige Produkte hervorgegangen sind. Neben Desserts, Lupinen-Drinks, Aufstrichen, Eis und Nudeln, gibt es die vegane, eiweißreiche Joghurt- Alternative. Die habe ich für euch probiert und genauer unter die Lupe genommen.

Das Erste, was mir bei Joghurt auffällt, ist die Konsistenz. Wenn ein Joghurt nicht schön cremig ist, sondern vielleicht nur eine kalte Suppe, dann ist er nichts für mich. Der Lupinenjoghurt kann in dieser Kategorie aber überzeugen und hat eine tolle, cremige Konsistenz. Ich habe die Natur- Variante probiert, da ich auch sonst keine Joghurts mit Früchten, oder anderen Geschmacksrichtungen mag. Was ich toll fand war, dass der Lupinenjoghurt auch diesen leicht säuerlichen Geschmack hat, den auch Kuhmilch-Joghurt hat. Das gehört für mich einfach dazu und ich vermisse es manchmal bei den Sojaalternativen. Ansonsten hat der Joghurt nur wenig Eigengeschmack und ist recht neutral. Dieser Joghurt bietet eine tolle Grundlage für Müsli, Obst oder Schokoladenstreusel.

Luve 2

Also, auch Geschmack und Konsistenz der Joghurt-Alternative aus Lupinen konnten mich überzeugen. Zum Schluss werfe ich noch einen schnellen Blick auf die Nährstoffe.

Zuerst mal die Zutatenliste: Wasser, Kokosfett, Maltodextrin, modifizierte Stärke, Invertzuckersirup, LUPINEN EIWEIß (1,8 %), Stabilisator: Pektin, Aroma, Zucker. Pluspunkt hier ist mit Sicherheit das Kokosfett, denn dieses besteht aus tollen, hauptsächlich mittelkettigen Fettsäuren. Im Gegensatz zu den tierischen Fetten in einem Kuhmilch-Joghurt, ist das ein Vorteil. Was mir nicht so gut gefällt, sind Maltodextrin, Invertzuckersirup und Zucker. Auch Maltodextrin (Eine Mischung aus Malzzucker und Traubenzucker) und Invertzuckersirup sind Zucker, die vom Körper in Glukose umgewandelt werden. Gerade solche versteckten Zucker sind für unsere Ernährung nicht so toll (das könnt ihr in meinen Artikel über Zucker nachlesen). Daher hat der Lupinenjoghurt auch einen relativ hohen Kohlenhydratanteil.  Toll wäre es, wenn eine zuckerfreie Variante verfügbar wäre, so wie es auch bei verschiedenen Sojajoghurt-Marken der Fall ist. Hier hat der Kuhmilch-Joghurt die Nase vorne. Pektine und Stärke gehören zu den Ballaststoffen und sind damit positiv zu bewerten. Der Eiweißgehalt ist niedriger als bei Kuhmilch- oder Sojajoghurt, der Fettgehalt dafür höher. Aufgrund der Menge an Kohlenhydraten und Fett ist auch der Brennwert, also der Kaloriengehalt, im Vergleich höher.

Nährwerte pro 100 g
Brennwert 431 kJ / 104 kcal
Fett – davon gesättigte Fettsäuren 6,1 g / 5,5 g
Kohlenhydrate – davon Zucker 10,6 g / 0,7 g
Ballaststoffe 0,1 g
Eiweiß 1,6 g
Salz 0,04 g

Fazit: Geschmacklich kann mich die Joghurtalternative auf jeden Fall Überzeugen, auch die Konsistenz gefällt mir wirklich gut. Betrachtet man die Nährstoffe, sind auch Nachteile gegenüber den andern Alternativen zu finden, allerdings fallen diese auch nicht so schwer ins Gewicht. Auch Sojajoghurt ist oft stark gezuckert, in Kuhmilch-Joghurt steckt zwar weniger Fett, dafür aber tierische Fettsäuren, die schlechter zu bewerten sind als das Kokosfett in dem Lupinenjoghurt. Besonders toll ist aber die CO2-Bilanz des Produkts. Das Unternehmen überzeugt mich auf ganze Linie mit seiner Philosophie und dem Grundsatz heimisch zu produzieren und anzubauen. Damit übertreffen die Hersteller sowohl die Produktion von Sojaalternativen, als auch die Milchproduktion bei Weitem, was die Nachhaltigkeit angeht. Ich finde es einfach toll, das kreative Köpfe sich darüber Gedanken machen, wie wir hier vor Ort, mit dem was wir sowieso schon haben, bessere Produkte für uns und unsere Umwelt zu entwickeln. Genau das, ist Fortschritt. Und davon brauchen wir mehr.

Quellen: http://madewithluve.de/luve/ (17.08.2016);  http://madewithluve.de/luve/(17.08.2016);  U.S. Landwirtschaftsministerium (USDA), 2012

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s